Estland
Wiesen, Wälder und Moore
Estland ist strukturreich und hat eine entsprechend große Artenvielfalt –
treffender kann die Natur des kleinen Landes im Nordosten Europas nicht beschrieben
werden. Durch die Lage in einer biogeographischen Grenzregion steht Estland
unter dem Einfluss zweier Großklimate und verfügt deshalb über eine einzigartige
pflanzensoziologische Zusammensetzung.
Die naturräumliche Ausstattung der östlichen und südlichen Landesteile unterliegt
im Gegensatz zu den Küstenregionen verstärkt kontinentalen Klimaeinflüssen.
Die geographische Lage, aber auch die frühere politische und wirtschaftliche
Abgeschiedenheit begünstigten die Landschaftsentwicklung im Südosten. So blieben
vielerorts natürliche und naturnahe Biotope großflächig erhalten.
44 Prozent der Landesfläche sind von Wäldern bedeckt. An der Grenze zur borealen
Nadelwaldzone treten die ursprünglichen Laubwälder aus Eichen, Ulmen und Linden
zurück, so dass in den östlichen Landesteilen Kiefern und Fichten dominieren.
Den natürlichen Reichtum Estlands bilden die Sümpfe und Moore. Niedrige Verdunstungsraten
fördern trotz relativ geringer durchschnittlicher Niederschlagsmengen die Moorbildung
auf den dichten, Wasser stauenden Böden. Im Südosten des Landes liegen ökologisch
wie hydrologisch sehr verschiedene Moortypen in enger räumlicher Verzahnung.
Dabei sind die in Mitteleuropa inzwischen fast verschwundenen Zwischenmoore
besonders hervorzuheben.
Frau Dr. Anneli Palo, Biologin an der Universität in Tartu, wird Sie als begeisterte
Botanikerin auf Ihrer Exkursion begleiten und diese mit Fachkompetenz und Ortskenntnis
zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
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