Griechenland
Orchideeninsel Chios
Chios liegt zwischen Samos und Lesbos direkt vor der türkischen
Küste. Die Insel ist bis heute noch
recht ursprünglich, der Tourismus erst im Wachsen. Mit
einer Fläche von 850 Quadratkilometer ist
Chios die fünftgrößte Insel Griechenlands und
hat rund 50 000 Einwohner. Neben Olivenöl und Wein
ist die Insel vor allem durch die Mastix-Produktion im südlichen
Bezirk Mastichochoria bekannt. Chios
war in der frühen Neuzeit eine wohlhabende und bevölkerungsreiche
Insel, wurde allerdings Anfangs
des 19. Jahrhunderts durch ein Massaker der herrschenden Osmanen
fast entvölkert. Die Insel ist
seit fünf Jahrtausenden bewohnt. Archäologische Funde
in den Höhlen von Agios Gala wurden auf
3000 v. Chr. datiert. Chios ist die Heimat von Homer und Hippokrates.
In dem von zwei Gebirgen dominierten, weitgehend
nur als Weideland zu nutzenden Norden (höchste
Erhebung der Pelineon mit 1 297m) und dem
sanfteren, landwirtschaftlich intensiv genutzten
Süden, wo mehr als
2 Mill. Mastixbäume (Pistacia lentiscus) gedeihen, besteht ein deutlicher landschaftlicher Gegensatz.
Chios ist sehr reich an Pflanzen und auch
an Orchideen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Arten gefunden,
die bisher nur aus dem benachbarten Kleinasien (Türkei)
bekannt waren. Zudem wurden mehrere Taxa neu beschrieben, so dass Sie bei dieser Reise
mit einer großen Artenfülle rechnen dürfen.
Von den Ophrys-Arten sind Ophrys
chiosica und masticorum Endemiten der Insel, O.
orphanidea kommt auch
auf Lesbos vor. Von den übrigen Ragwurzarten sind
zur Reisezeit u.a. Ophrys apifera, bucephala, calypsus,
ceto, homeri, (ferrum-equinum var.) labiosa, leochroma, lyciensis und phrygia zu erwarten. Manche der Arten kommen außer auf Chios nur auf anderen
Inseln der Ägäis oder in Kleinasien vor.
Aus den übrigen Gattungen blühen
u.a. Cephalanthera epipactoides, Anacamptis
pyramidalis, sowie den
Orchis-Arten anatolica, fragrans und sancta. Von den zahlreichen
früh blühenden Arten wie z.B. Ophrys
regis-ferinandii und blitopertha sind „Nachzügler“ zu
erwarten.
Exkursionen finden in alle Teile der Insel
statt mit Schwerpunkt im Süden – ebenso in die verschiedenen Höhenlagen.
Sie werden versuchen, ein Maximum an blühenden
Arten zu finden. Natürlich hängt dabei vieles vom Wetterverlauf des kommenden Winters
und Frühlings ab. |