Griechenland
Orchideen der Kykladeninsel Naxos
Die Kykladen, die "Inseln des Lichts", liegen kreisförmig
um die heilige Insel Delos, die in der Antike das religiöse und wirtschaftliche
Zentrum der griechischen Inselwelt war. Von der Nachbarinsel Paros ist
Naxos nur durch einen schmalen Kanal getrennt.
Unter ihnen ist Naxos die größte und landschaftlich reizvollste.
Sie weist mit dem zentralen Bergmassiv, dem Zas (1.001 m ü. NN),
auch die höchste Erhebung der gesamten Kykladen auf. Die geologische
Vielfalt ist groß, man findet Granit, Schiefer, Marmor, Kalk und
Schmirgel. Die Vielzahl der Gesteine begünstigt die Vielfalt der
Orchideenarten. Vor allem die Marmor- und Kalkvorkommen weisen zahlreiche
Wuchsplätze von Orchideen auf, die Naxos zur orchideenreichsten Insel
der Kykladen macht.
Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählen das berühmte Tempeltor "Sto Palati" in der Hauptstadt, das Museum (mit der bedeutendsten
Sammlung der Kykladenkultur nach Athen, vor allem die sog. Kykladenidole
aus dem 4.-7. Jh. v. Chr.) , 2 Kuroi (steinerne Monumentalplastiken von
Jünglingen aus dem 6. Jh. v. Chr.), Festungstürme aus venezianischer
Zeit und z. T. uralte Klöster und Kirchen aus frühbyzantinischer
Zeit, teilweise versteckt in Ölbaumhainen liegend. Die älteste
ist Agia Kyriaki aus dem 8./9. Jh. mit Wandmalereien aus der Zeit des
Ikonoklasmus.
Nach der griechischen Mythologie befreite der Held Theseus die schöne
Ariadne aus dem Labyrinth des Minotaurus auf Kreta und verbrachte mit
ihr einige Zeit auf Naxos. Da sowohl Theseus- (Ophrys thesei) als auch
Ariadne-Ragwurz (Ophrys ariadnae) auf der Insel vorkommen, sind die beiden
mythologischen Gestalten in Form von Orchideenarten auch heute noch auf
Naxos präsent.
Von
den vielen weiteren Orchideenarten der Insel seien noch erwähnt
die Ragwurz-Arten Ophrys gortynia, O. heldreichii (mit diversen Varietäten bis
var. calypsus), O. reinholdii, O. ceto (aus der Artengruppe
von Ophrys scolopax), O. cretica ssp. beloniae, O. blitopertha
sowie Serapias orientalis subsp. carica. In den letzten Jahren
neu nachgewiesen wurden u. a. Ophrys parosica, O. ikariensis.
Auch
die anderen Pflanzen und insbesondere die Vogelwelt (Gänsegeier!)
sind ungemein reizvoll. |