Griechenland
Nördliche Peloponnes und Epirus
Von der Peloponnes, die – als künstliche Insel
durch den Golf von Patras getrennt – den Südteil
des
griechischen Festlandes bildet, zieht sich das Reisegebiet
in der Hauptsache durch Westgriechenland
nach Norden bis zur albanischen Grenze. Diese Region wird als
Epirus bezeichnet.
Ursprünglich verstand man unter Epirus im Gegensatz zu
den vor gelagerten Inseln das Festland bzw.
Kontinent. Erst 340 v. Chr. wurde der Name zum Begriff für
eine Umschreibung eines klar begrenzten
Gebietes. Zwar sind die Grenzen im Laufe der Geschichte variabel
gewesen, mittlerweile sind
sie mit den Präfekturen (Nomi) Arta, Preveza, Theprotia
und Ioannina fest umrissen, im Süden vom
Ambrakischen Golf, im Westen vom Ionischen Meer, im Norden
von der Albanischen Grenze und im
Osten vom Pindos-Gebirge begrenzt.
Der gesamte Epirus besteht aus Bergketten,
die in der Hauptsache von NNW nach SSE verlaufen,
dabei haben die meisten epirotischen Flüsse eine nordsüdliche
Richtung. Im Gegensatz zum südlichen
Griechenland gibt es hier verhältnismäßig wenig
Ebenen, welche sich hauptsächlich im Süden
befi nden. Früher beherrschten ausgedehnte Sümpfe
die Landschaft, diese sind aber inzwischen zum
größten Teil trocken gelegt worden. Der Epirus gehört
zu den ärmsten Regionen Griechenlands und
der Europäischen Union. Industrie und intensive Landwirtschaft
konzentrieren sich um die Hauptstadt
Ioannina, wo auch der größte Teil der Bevölkerung
lebt. Für den Export werden vor allem Oliven
und Tabak angebaut. Fischfang und Topursimus sind im Landesvergleich
eher unterentwickelt.
Anziehungspunkte für Urlauber sind die Küstenregionen
und die traditionellen Dörfer der Zagoria
im Gebirge. Hier befindet sich auch die Vikos-Schlucht, ein
gewaltiger Canyon, der im Guinness-Buch
der Rekorde als tiefste Schlucht der Welt eingetragen ist.
In der Nähe von Ioannina liegt Dodona, ein antikes griechisches
Heiligtum und Orakel mit einem
sehr gut erhaltenen Theater. Es gilt als ältestes Orakel
Griechenlands und war nach Delphi das bedeutendste überregionale
Orakel der griechischen Welt.
Zur Reisezeit kann man mit etwa 35
blühenden Orchideenarten
rechnen, darunter u. a. Ophrys helenae,
O. leucophthalma, O. zeusii, O.
grammica, O. negadensis, O.
hebes, O. oestrifera-Arten, dazu viele
Orchis-Arten, mehrere Serapien. Das Gebiet zeigt insgesamt
eine respektable Artenvielfalt. |