Italien
Orchideen auf Sizilien
Sizilien, das warme Dreieck im Süden Italiens ist reich an Kultur und schönen
Landschaften. Die Gebirge der Insel sind die geologische Fortsetzung des Apennin.
Sie werden aus Kalk- und Sandsteinen sowie Mergel aufgebaut. Vulkangesteine
prägen die Berge im Nordosten. Mit dem Ätna (3.370 m) besitzt Sizilien den größten
und einen der aktivsten Vulkane Europas. Er beherrscht den gesamten Nordosten
der Insel. Immer wieder kommt es vor, dass Lavaströme auch heute noch ganze
Dörfer an seinen Hängen bedrohen. Auf Grund der unterschiedlichen Gesteine und
der sich daraus entwickelnden Böden besitzt Sizilien eine große Pflanzenvielfalt.
Botanisch besonders herausragend sind die Kugelpolsterfluren in den Hochlagen
des Ätna mit einem hohen Anteil an endemischen Arten.
Daneben sind vor allem die vielen Orchideenarten zu nennen. Über
70 wurden
bisher nachgewiesen bzw. beschrieben. Ca. 40 von ihnen können auf der Reise
gefunden werden. Neben Arten mit gesamtmediterraner Verbreitung gibt es solche,
die auf Sizilien ihre Hauptverbreitung haben (z.B. Orchis brancifortii) oder
sogar ausschließlich dort vorkommen. Solche Inselendemiten sind die Ophrys-Arten pallida, laurensis, sabulosa, gackiae, obaesa, flammeola, archimedea, mirabilis,
biancae, calliantha. panormitana, explanata und die besonders attraktive Halbmond-Ragwurz
O. lunulata.
Besondere Aufmerksamkeit gebührt den schwierig zu unterscheidenden Arten der
fusca-Gruppe, von der mindestens 10 auf Sizilien
verbreitet sind. Genannt werden
sollen noch die Ophrys-Arten lutea, speculum, lacaitae, exaltata, passionis
ssp. garganica und oxyrrhynchos. Reizvoll sind die Ophrys-Hybriden,
die auf
Sizilien nicht selten zu finden sind. Unter den Dactylorhizen können
Sie romana,
sambucina und markusii antreffen. Auch mit mehreren Serapias-Arten ist zu rechnen.
Wichtige Lebensräume sind Garriguen und Macchien, submediterrane, sommergrüne
Wälder und der Vulkankegel des Ätna mit seinen zahlreichen endemischen Arten
(u. a. Ätna-Veilchen). |