Griechenland
Frühe Ragwurze auf Kreta
Kreta, fünftgrößte Insel im Mittelmeer, bildet
als mächtiger, 260 km langer Querriegel den südlichen
Abschluss der Agäis.
Durch die Nähe zum Peloponnes, zu Kleinasien und der Cyrenaika
wird die Insel oft auch als Angelpunkt dreier Kontinente bezeichnet.
Geologisch
bestehen zu Afrika allerdings keine Verbindungen, wohl aber
zu den beiden anderen Kontinenten. Kreta hat auf Grund seiner
Lage Anteil an zwei unterschiedlichen Klimaregionen: Zum größten Teil gehört es zur Region der Agäis,
die ein kontinentalmediterranes Klima aufweist. Der Süden
von Kreta dagegen stellt klimatisch einen Übergang zur
Halbwüstenregion von
Nordafrika dar. Neben den flachen Küstenregionen im Norden
und Süden prägen die zentralen Gebirgsmassive das
Landschaftsbild. Diese Gebirge bestehen überwiegend aus
Kalkgesteinen des Mesozoikums. Lediglich im Westen der Insel
finden sich größere
Gebiete, die von verwitternden Urgesteinen bestimmt werden.
Ein besonderer Stellenwert in der Pflanzenwelt der Insel wird der überaus
reichhaltigen und interessanten Orchideenflora eingeräumt. Auf Kreta
wurden bislang ungefähr 70 verschiedene Orchideenarten nachgewiesen.
Zur Reisezeit können bis zu 25 Arten in Blüte angetroffen werden.
Die Zahl wird von den Witterungsbedingungen im Winter und dem Finderglück
bestimmt. Dieser Reichtum macht Kreta für Orchideenfreunde zu einem
der besten Reiseziele in Europa und bestimmt gleichzeitig einen Schwerpunkt
der Reise: Orchideen in der ganzen Bandbreite ihrer Variationen.
Wer einen Überblick über die Orchideenflora Kretas gewinnen
will, muss Mitte Februar zum ersten Mal reisen: Zu dieser Zeit blühen
Ophrys mesaritica, O. sitiaca, O. fleischmanniae, O. thriptiensis, O.
dictynnae (Artenkreis tenthredinifera), die hier an erster Stelle genannt
werden sollen. Gegen Ende der Reise sind aber auch schon später blühende
Arten zu erwarten. Neben den Ophrys-Arten sind auch mehrere Orchis, Serapien
und auch Dactylorhiza romana in beiden Farbvarianten blühend anzutreffen.
Die übrige Flora, die immerhin fast 1.600 Arten von
Gefäßpflanzen umfasst, bietet ebenfalls viel Interessantes.
Die Mehrzahl der Pflanzen hat eine gesamtmediterrane oder balkanische
Verbreitung. Daneben finden sich zahlreiche inselendemische
Arten und Unterarten, wie Ebenus cretica. Insgesamt wird der
Anteil der Endemiten auf rund 10 % geschätzt. Ergänzt
wird das Spektrum durch Arten afrikanischen Ursprungs, zum Beispiel Astragalus peregrinus. |