Namibia
Expedition in das nördliche Kaokoveld & Damaraland
1. bis 2. Tag: Fluganreise/Nachtflug und Übernachtung in Windhoek
Flug Frankfurt - Windhoek ohne Zwischenstopps in 9½ Stunden. Sie
werden vom Flughafen abgeholt und eine kurze Stadtrundfahrt gibt Ihnen
einen Eindruck von der Stadt, deren moderne Glas- und Betonfassaden die
wenigen Kolonialbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende fast erdrücken.
Windhoek liegt in einem von hohen Gebirgen umgebenen Talkessel auf etwa
1.700 m Höhe. Die Stadt bietet tagsüber ein buntes Bild: Herero-Frauen
in ihrer traditionellen viktorianischen Tracht neben Geschäftsleuten
im Nadelstreifen-Anzug, modern gekleidete junge Leute mit afrikanischen
Frisuren neben kurzbehosten Farmersleuten aus dem Busch. Ein Stadtbummel
durch die modernen Einkaufspassagen, die Geschäfte mit vielfältigem
Angebot oder auch ein Café- oder Restaurantbesuch machen Spaß,
und Sie lernen das vielfältige Kultur- und Völkergemisch Namibias
kennen. Gemeinsames Abendessen mit Ihren Reisebegleitern und Übernachtung
in einer netten Pension am Rande der City.
3. Tag: Fahrt in den Etoscha
Nationalpark
Zügige Fahrt am nächsten Tag nach Norden zum Etoscha-Nationalpark
und Übernachtung im Rastlager Okaukuejo. Auch wer den Park schon
kennt, wird sich während der Pirschfahrten und am beleuchteten Wasserloch
des Camps an der vielfältigen Tierwelt erfreuen.
4. bis etwa 5. Tag:
Von Etoscha durch das Westtor ins Damaraland
Wir verlassen die “Zivilisation” und steuern über Pisten
im westlichen Teil des Etoscha Parks das Damaraland an. Das hübsche
Camp von Hobatere ist Ausgangspunkt für die Fahrt durch das Ombonde
Trockental. Sehr einsam und durch tiefen Sand führt die Piste entlang
der Galeriewälder nach Westen. Der Wildreichtum ist enorm und neben
vielen Antilopenarten sind auch Giraffen häufig anzutreffen. Wir
erreichen die Khowarib-Schlucht, übernachten hier oder nördlich
des Dorfes Warmquelle am Ongongo-Wasserfall. Zwar ist dies nur ein kleiner
Wasserfall, aber in der überaus trockenen, semi-ariden Landschaft
des Damaralandes stellt er schon eine kleine Überraschung dar.
6.
bis etwa 8. Tag: Opuwo und Epupa-Wasserfälle
Nun folgt eine schöne Pistenfahrt durch abwechslungsreiche Buschlandschaften
mit ausgedehnten Mopanewäldern nach Norden. Opuwo, der Hauptort
des Kaokolands, wird für uns Versorgungspunkt sein. Hier prallen
die Neuzeit und die politischen Veränderungen in Namibia besonders
krass mit den ursprünglichen Lebensstrukturen der Ovahimba-Nomaden
zusammen. Die Verarmung vieler Ovahimba durch Dürre und Wassermangel,
einhergehend mit Entfremdung vom herkömmlichen Nomadenleben und
dem verführerischen Alkoholkonsum, werden einem in Opuwo teilweise
drastisch vor Augen geführt. Das Übernachtungscamp liegt sehr
exponiert hoch über dem Ort mit herrlichem Ausblick.
Nur wenige Kilometer außerhalb begegnen wir schon wieder Rinder
hütenden Nomaden in ihrer traditionellen Lederkleidung; die Frauen
sind sehr attraktiv durch die ockerrote Färbung ihrer Haut und ihren
schönen Schmuck, der neben den Rinderherden den einzigen Reichtum
darstellt.
Zwar kennen die Ovahimba durch den Kontakt mit der “weißen
Welt” inzwischen Geländewagen, Ausrüstungsgegenstände,
Geld und so allerlei aus unserem “Kulturkreis”, jedoch wird
hauptsächlich nach Tabak, Medikamenten, Esswaren und am wenigsten
nach “Randa” (dem Begriff für Geld, also südafrikanischen
Rand), gefragt. Wir versuchen, diese Begegnungen so fair und menschlich
wie möglich zu gestalten. Die Nomaden sollen nicht nur “Fotomotiv” sein;
daher sind freundliches Grüßen, der Versuch einer minimalen
Konversation und ein kleines Geschenk das mindeste, um einen kurzen Kontakt
aufzubauen. Die Kluft zwischen unseren “Welten” lässt
sich in der verfügbaren Zeit allerdings leider nicht abbauen.
Wenn wir den Kunene River und die Epupa-Wasserfälle erreichen, liegen
bereits zahlreiche Ovahimba-Kontakte hinter uns. Auch hier am Fluss hat
die lokale Bevölkerung ein Camp errichtet und wir haben täglich
Besuch von Nomaden, die kleine Souvenirs zum Verkauf anbieten. Der Platz
ist herrlich gelegen, mit einem wundervollen Blick auf Fluss und Fälle,
vor allem bei Sonnenuntergang. Zahlreiche kleinere und größere
Fälle stürzen über die gewaltigen Felsklippen hinab. Riesige
Baobabbäume sowie Makalani-Palmen und andere Pflanzen bilden am
Flussufer einen dichten grünen Vegetationsgürtel, der sich
von der knochentrockenen Umgebung wohltuend abhebt. In kleinen flachen
Buchten kann man sogar ein Bad wagen, ohne Krokodile fürchten zu
müssen.
9. bis etwa 10. Tag: Durch das zentrale Kaokoveld
Über holprige Pisten setzen wir unseren Weg fort, nur ab und zu öffnet
sich der Mopane-Busch und gibt den Blick auf einen Ovahimba-Kraal oder
eine Viehtränke frei.
Wir durchfahren eine der ältesten geologischen Schichten Namibias,
bestehend aus metamorphem Gestein, welches besonders mineralhaltig ist. Überall
glitzern Steine und Sand im Sonnenlicht wie funkelnde Diamanten. Diese
sogenannte Damara-Formation wurde durch Meeresablagerungen gebildet und
durch Faltung und Erosion freigelegt.
Überall finden sich nette Übernachtungsplätze im Busch, manchmal
kommen abends oder morgens Viehhirten zu Besuch. Im Einzugsbereich des
Van Zyl’s Passes wird es menschenleerer, die Landschaft rauer und
schroffer. Für Wanderlustige ist die Passüberquerung eine gute
Gelegenheit, zu Fuß zu gehen, da die Fahrzeuge oft nur im Schritttempo
voranholpern. Von der Passhöhe hat man einen grandiosen Blick hinab
ins Tal des Marienflusses, in welches sich die extrem steile Piste abrupt
hinabwindet.
Das Marienfluss-Tal nimmt uns auf und erfreut das Auge mit neuen Farbkontrasten:
rote Erde, grün-gelbes Gras, dunkelgrüne große Akazien
und rötlichbraune Berge. Hier hat die Landschaft eher Steppencharakter,
und wir sehen häufig Springböcke, Strauße und Oryxantilopen.
Die kleine Piste führt strack nach Norden zum Kunene und darf aus
Naturschutzgründen nicht verlassen werden. Dadurch soll Herumkurverei
und vor allem Brandgefahr vermieden werden: das trockene Gras könnte
sich an den heißen Auspuffrohren entzünden und einen riesigen
Steppenbrand hervorrufen.
Über einen großen rotsandigen Dünenkordon nähern wir uns
den gewaltigen Bergen, die den Kunene einrahmen. Als der Marienfluss
noch ein wasserführender Fluss war, mündete er hier in den
Kunene; jetzt türmen sich fotogene Dünen auf. Die Piste macht
eine Kurve und wir sehen endlich wieder den träge und dunkelgrün
dahinströmenden Fluss. Am Ufer liegt ein weitläufiges einfaches
Camp mit Toiletten, Feuerstellen und riesigen Schattenakazien.
Ein Platz wie geschaffen für eine Erholungspause; wir können
uns ausruhen, entspannen und ausgedehnte Spaziergänge unternehmen.
Baden im Kunene ist wegen der Krokodile nicht angeraten!
11. bis etwa
13. Tag: Vom Hartmannstal ins Khumib Rivier- und Hoarusibtal
Die Weiterfahrt führt uns noch einmal durch das wunderschöne
Marienfluss-Tal bis zur berühmten Kreuzung “Red Drum”.
Ein rotes Fass kennzeichnet den Platz. Jeder der vorbeikommt verewigt
sich hier. Spaßvögel haben alte Telefongeräte angebracht
und man kann seine "message to nowhere” absetzen, denn im
Umkreis von 600 km gibt es hier keine Elektrizität.
Eine eher steinige und wüstenhafte Landschaft erwartet uns zunächst
im Hartmannstal. Man spürt die Nähe der ariden Skelett-Küste.
Auch dieses Tal wird begrenzt von Gebirgszügen und ist im Norden,
zum Kunene hin, durch Dünen abgeriegelt. Die fragile Vegetation
sollte nicht durch Herumkurven mit dem Fahrzeug beschädigt werden.
Gegen Exkursionen zu Fuß in der Dünenbarriere ist jedoch nichts
einzuwenden.
Wir verlassen das Hartmannstal in Richtung Süden und folgen hart
der Grenze des Skeleton-Coast-Parks. Oft ist rechterhand die dunkle Nebelbank
der Atlantikküste zu sehen, denn wir sind zeitweise nur ca. 30-40
km vom eiskalten Meer entfernt. Während wir bei fast 40 Grad durch
schwarze Geröllwüste fahren, weht ab und zu ein kühler
Hauch vom Meer zu uns herauf. Alle nach rechts abzweigenden Pisten führen
zur Skelettküste, dürfen aber nicht benutzt werden, da dies
Konzessionsgebiete sind. Unser örtlicher Partner findet jedoch sicherlich
einen wildromantischen Lagerplatz, ganz legal, vor der Parkgrenze oder
im Khumib-Flußbett, südlich der Rindertränke von Orupembe.
Es folgt ein äusserst abwechslungsreicher, einsamer Streckenabschnitt
durch das Rivier des Khumib mit vielfältigen Tierbeobachtungsmöglichkeiten.
Spektakulär ist die Querung vom Khumib direkt in die Purros-Region.
Bunte Sedimente setzen Farbakzente in der Wüstenlandschaft und dann
taucht das vegetionsreiche Tal des Hoarusib-Trockenflusses auf.
Es lohnt sich, die Augen offen zu halten, denn vielleicht haben wir
Glück
und es taucht unvermittelt eine kleine Gruppe von Wüstenelefanten
auf. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass wir diese äußerst
selten gewordenen grauen Riesen direkt im nächsten Übernachtungscamp
sehen. Das Camp liegt außerhalb des kleinen Ortes Purros etwas
versteckt zwischen großen Bäumen und bietet schöne Übernachtungsplätze
mit eigenen Toiletten und warmen Duschen.
Das Hoarusibtal ist eine kleine Idylle: große gelbe Dünen
rahmen das üppig grüne Flusstal ein. Die dichte Vegetation
bietet zahlreichen Wildtieren Schutz. Unser Guide wird Pirschfahrten
flussabwärts unternehmen, dorthin wo das Wasser an der Oberfläche
strömt und man zahlreiche Vogel- und andere Tierbeobachtungen
machen kann.
14. bis etwa 15. Tag: Südliches Kaokoveld
bis Sesfontein
Die großen, zum Atlantik hin strebenden Trockenflusstäler
bestimmen weiter unseren Weg nach Süden. Nachdem wir eine Engstelle
im Hoarusib passiert haben - ein richtiges Felsentor - biegt die Fahrspur
hart nach Süden ab und nach etwa 80 km erreichen wir das Hoanib
Rivier. Auch hier nochmal eine Chance Wüstenelefanten zu erleben.
Wir campen im Tal unter großen Bäumen oder auf dem Steilufer.
Man folgt dem Tal nach Osten und es taucht in einer riesigen Senke
die Ortschaft Sesfontein auf. Das ehemalige Fort wurde umgebaut zum
touristischen
Treffpunkt und es gibt seit Opuwo zum erstenmal wieder eine Tankstelle.
Je nach Situation wird die Übernachtung beim Camp Sesfontein sein
oder in einem der umliegenden Camps.
Etwa 16. bis 17. Tag: Zügige
Fahrt in die Region von Twyfelfontein
Die nun breite, staubige Hauptpad bringt uns in raschem Tempo nach
Süden
und wir verlassen definitiv das Kaokoveld und erreichen wieder häufiger
besuchte Regionen. Vorher lohnt sich jedoch ein Abstecher zu einem Platz
den Insider "Rendez-vous" nennen, schön gelegen im Aba-Huab-Tal.
Zwei grosse Trockenflüsse münden hier zusammen und bilden ein "goldenes
Dreieck"; sanft gewellte, grasbewachsene Dünen leuchten im
Licht des Südhimmels.
Auf dem Gelände der ehemaligen Farm von Twyfelfontein befindet sich
eine der berühmten Felsbildfundstellen Namibias. Eine ca. einstündige
Rundwanderung führt uns, begleitet von einem örtlichen Guide,
zu Gravuren von bestechender Qualität. Die zahlreichen Tierdarstellungen
zeigen Nashörner, Elefanten, Antilopen, Rinder, Giraffen u.v.m.
Das neue Informationszentrum - in raffinierter Architektur in die Landschaft
eingefügt - bietet anschaulich Hintergrundinformationen zur Geschichte
des Ortes und der Gravierungen. Übernachtungsplatz am 17. Tag
kann das hübsche Camp "Granitkopje" sein, es wird von
den Bewohnern eines Dorfes in der Nähe von Twyfelfontein unterhalten.
Ca.
18. Tag: Spitzkoppe
Eine der letzten Stationen vor Windhoek ist in der Regel das Massiv
der Spitzkoppe mit seiner herrlichen Umgebung. Ideale Möglichkeit
für
eine kurze Wanderung in ein Hochtal zwischen den Pontokbergen, genannt "Bushmans
Paradise".
19. Tag: Reservetag
Die anspruchsvolle Route verlangt Flexibilität und Reserven! Der örtliche
Tourguide wird entscheiden, wo dieser Tag "eingebaut" wird.
Oder es entscheidet sich von selbst: Pisten können in (noch) schlechterem
Zustand sein als im Vorjahr, Schrittgeschwindigkeit ist angesagt. Pirschfahrten
können dauern, auch Reparaturen am Fahrzeug oder an den Fahrzeugen
können anfallen...
20., 21. und 22. Tag:
Von der Spitzkoppe geht es nun auf Asphalt zügig nach Windhoek.
Am 21. Tag bleibt sicher noch Zeit für einen Einkaufsbummel in der
Stadt. Wir können Ihnen das Craft-Center und die Buchläden
mit hervorragenden Bildbänden besonders ans Herz legen.
In der Regel startet der Flug nach Frankfurt am Abend des 21. Tages,
die Ankunft ist am frühen Morgen des 22. Tages. |