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Russland

Botanische Bahnodyssee in den Fernen Osten

Diese wirklich außergewöhnliche Reise, die von der Westgrenze Sibiriens mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch dieses grandiose Land bis in den Fernen Osten, an den östlichen Rand Kontinentalasiens führt, geht auf eine Idee von Reiseteilnehmern unserer Udmurtienreise 2009 zurück.

Drei regionale Schwerpunkte prägen die Reise. Zwei kürzere Zwischenstopps in Kurgan und Blagoveshensk runden das Programm mit zusätzlichen Eindrücken ab. Startpunkt ist in Jekaterinburg im mittleren Ural. Hier am Westrand Sibirens ist die Vegetation von südlicher Taiga und dem Übergang zum Steppenwald geprägt. Viele Pflanzenarten sind aus Mitteleuropa bekannt und bieten daher einen guten Einstieg in das kommende Unbekannte.

Irkutsk, am südwestlichen Ende des Baikalsees gelegen, ist der Ausgangspunkt für Exkursionen in diese an Endemiten sehr reiche Region. Der Baikalsee liegt in der sibirischen Taiga, nur um Irkutsk selbst gibt es letzte, vereinzelte Inseln mit Waldsteppe.

Drittes großes Exkursionsgebiet ist die Ussuri-Armurregion im Umfeld der Städte Chabarowsk und
Wladiwostok. Die "Ussurische Taiga" stellt einen spezifischen Komplex von gemäßigten und kühlgemäßigten Bergwaldökosystemen dar. Hier treffen subtropische und endemische Reliktarten, sowie mandschurische, nemorale, boreale, ochotskische und eurosibirische Arten aufeinander. Die Vegetation wird in den tieferen Lagen von Breitlaub- und Breitlaubmischwäldern geprägt.

Die Reise bietet nicht nur ein einmaliges Reiseerlebnis, sondern auch einen überaus interessanten Querschnitt durch die Flora Sibiriens und des Fernen Ostens. Zahlreiche aus Europa bestens bekannte
Gattungen wie Eisenhut (Acconitum, über 20 Arten), Beifuß (Artemisia, über 40 Arten) oder auch Thymian (Thymus, über 15 Arten) können am östlichen Ende ihrer eurasiatischen Verbreitung kennengelernt und verglichen werden. Daneben sind natürlich auch zahlreiche, überwiegend asiatische Gattungen wie Saussurea (über 30 Arten), Ophelia, Eriocaulon oder Epimedium, die in Europa teilweise auch als Gartenpfl anzen kultiviert werden, in großer Zahl zu beobachten.

Ganz besonders gilt natürlich das Interesse auch den zahlreichen in Europa verbreiteten Orchideengattungen, die im Osten mit anderen Arten vertreten sind, wie beispieslweise Plathanthera (6 Arten), Listera (2 Arten), Liparis (3 Arten) oder Neottia (4 Arten). Zu den rein asiatische Orchideen gehören Gattungen wie Tulotis oder Gastrodia.

Während dieser Pionierreise wird selbstverständlich trotz des botanischen Schwerpunktes auch alles andere Naturkundliche gewürdigt, insbesondere natürlich die Vogelwelt! Bei allen Exkursionen wird die Gruppe von lokalen Spezialisten begleitet.