Russland
Frauenschuhe am und im Ural
Das schwachhügelige Land Udmurtien bildet den Übergang in den westlichen
Vorgebirgsbereich des mittleren Ural. Das Klima ist gemäßigt kontinental.
Knapp die Hälfte der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Beherrschender
Fluss ist die Kama, der größte Nebenfluss der Wolga. Eindrucksvoll, wie
bei vielen Flüssen im Osten, ist der landschaftliche Gegensatz zwischen
Berg- und Wiesenufer.
Die Taiga, der Eurosibirische Nadelwald, der sich von Ost nach West über
rund 150 Längengrade erstreckt, ist in Udmurtien bereits deutlich mit
Laubbaumarten durchsetzt. In der Region um das asiatischen Jekaterinburg
sind die sibirischen Einflüsse hingegen deutlich stärker.
Im Gegensatz dazu ist der Süden von Udmurtien bereits von kontinentaler
Steppenvegegation beeinflußt, so dass insgesamt ein interessantes botanisches
Spannungsfeld entsteht.
In den Wäldern leben noch ungestört Wölfe, Bären und Elche. Die Beobachtung
dieser Großsäuger ist natürlich Glückssache. Von den vorkommenden Vögeln
seien erwähnt: Seeadler, Unglückshäher, Dreizehenspecht, Buschspötter
und Buschrohrsänger sowie diverse Enten- und Limikolenarten.
Die Orchideenliste umfasst 16 Arten, darunter Calypso bulbosa (zur Reisezeit
verblüht) und mehrere Dactylorhizen. Das Hauptaugenmerk während dieser
Reise gilt den Frauenschuharten Cypripedium calceolus, C. guttatum und
C. macranthon. Letztere wird bei Perm erstmals auch an Naturwuchsorten
aufgesucht. Nichtorchideen sind u.a. Pulsatilla fl avescens und Centaurea
marschalliana.
Sie werden von gebiets- und fachkundigen Führern (Botaniker, Ornithologe)
begleitet.
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