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Schweden

In den Norden zur Calypso

Nördlich der mittelschwedischen Seensenke bildet die Ostabdachung der skandinavischen Halbinsel eine schräggestellte, riesige Stufentreppe, die zur Küste des Bottnischen Meerbusens herabsteigt. Das Abschmelzen des Eises nach der letzten Eiszeit führte zu einer Heraushebung des Landes, die heute noch anhält. So kommt es, dass ehemalige Anlegestellen heute oft weit landeinwärts liegen. Riesige, oft eintönige Fichtenwälder, in die zahlreiche Seen und Moore eingestreut sind, prägen das Landschaftsbild. In ihnen leben noch Braunbären und Wölfe, der Elch ist nicht selten. Von den Vögeln seien Kranich, Habichtskauz, Sperbereule, Dreizehenspecht, Rotdrossel und Karmingimpel erwähnt.

Die aufzusuchenden Standorte von Calypso – es ist die vielleicht schönste Orchideenart Europas und eine der seltensten – liegen in den Provinzen Angermanland und Jämtland. Die Inseln Gotland und Öland in Südschweden sind als Orchideenparadiese bekannt. Beide bestehen zum Großteil aus uralten Kalken aus dem Silur, die auf Öland verkarstet, auf Gotland aber mit fruchtbarer Erde bedeckt sind („Die grüne Insel, der Smaragd in der Krone Schwedens“).

Stora Alvaret auf Öland ist eine 300 Quadratkilometer große in Europa einmalige Steppenlandschaft, die zur Reisezeit ein einziges Blütenmeer darstellt, darunter Massen von wildem Schnittlauch und endemischem Öland-Sonnenröschen.

Gotland wäre allein für sich eine Reise wert. Die alte Hansestadt Visby ist ein Schmuckstück, ihr Museum besitzt eine einzigartige Sammlung von Runensteinen. Die zahlreichen Landkirchen aus dem 12.-14. Jahrhundert sind sehr sehenswert, erwähnt seien nur die von Martebo, Gammelgarn und Öja. Die riesigen Grabhügel und die ,,Steinschiffe“ (Grabsetzungen in Schiffsform) aus der Bronzezeit sind großartige Zeugen der Vorgeschichte. Raukar nennt man skurile Felsformationen, die durch Erosion an Riffkalken entstanden sind. Bei den Orchideen hat Orchis spitzelii auf Gotland ein weit vorgeschobenes isoliertes Vorkommen. Besonders interessant sind die zahlreichen Dactylorhiza-Arten, deren Bestimmung bzw. Zuordnung oft sehr schwierig ist.