Tourismus trotz Hungersnot?

Die ersten Gnus sind am Mara-Fluss angelangt, und der Höhepunkt der Migration wird für Ende Juli/Anfang August erwartet. Mancher Safarigast, der dies live erleben möchte, fragt sich jetzt vielleicht, ob er überhaupt reisen kann und soll. Die  Antwort ist: ja! Die Dürre und der Flüchtlingsstrom betreffen Kenias entlegenen Nordosten an der Grenze zu Somalia und Äthiopien, ein Gebiet, das nicht von Touristen besucht wird. Doch hier wird Hilfe mobilisiert, und auch Kenias Tourismus-Agenturen engagieren sich durch Spenden an das Rote Kreuz von Kenia. Ein Grund, den Kenia-Tourismus nicht versiegen zu lassen.

Größte Devisenbringer für Kenia sind Tourismus und Tee. Weder Gebiete, in denen Kenias Naturparks liegen, noch der Westen des Landes mit den Hauptanbaugebieten für Kenias Landwirtschaft ist von der Dürre betroffen. Im Gegenteil: Hier hat es gerade kürzlich reichliche Regenfälle gegeben, so dass für Mais und Weizen Rekordernten erwartet werden. Das Maasai-Mara-Nationalreservat und die angrenzenden  Schutzgebiete bieten sattes Grün für den gerade ankommenden Zug der Gnus, Zebras und Antilopen, und Besucher werden besonders gute Wildbeobachtungen machen können.

Eins darf nicht vergessen werden: Heute beziehen Kenias Hirtenvölker wie die Maasai einen Teil ihrer Einkünfte aus dem Tourismus. Statt nur von riesigen Rinderbeständen zu leben, die mit Wildtieren in Nahrungskonkurrenz stehen und in trockenen Jahren nicht genug Nahrung finden würden, erhalten lokale Gemeinschaften Einnahmen aus Touristenbesuchen. Ein weiterer wichtiger Grund, Kenias Tourismus nicht versiegen zu lassen. Kommen Sie nach Kenia – sie leisten Ihren Beitrag zur Unterstützung der Bevölkerung!